Was die Bundesregierung am 06.11.2011 zur Pflegereform beschlossen hat, ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen
Stein. Was von der Reform bleibt, ist eine Beitragserhöhung um 0,1% und eine freiwillige Vorsorge für die Pflege nach dem
Modell Riester. Langfristige Lösungen sehen anders aus, so sieht es der Vorsitzende des VKAD, Hanno Heil.
Der Verband der Katholischen Altenhilfe in Deutschland (VKAD) fordert:
Nicht nur körperliche Leiden berücksichtigen: den neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit endlich umsetzen
Mit der Beitragserhöhung von 0,1% möchte die Bundesregierung die Leistungen der Pflegeversicherung für Menschen mit Demenz
verbessern. Diese Absicht begrüßen wir. Da aber bereits ab 2014 ein großer Teil der Beitragserhöhung für den Ausgleich des
demographischen Faktors benötigt wird, reicht diese Reform nicht aus. Wir brauchen eine langfristig orientierte Politik, die
den Bedarfen von Menschen mit Demenz und Pflegebedürftigkeit gerecht wird. Die Chancen, den Systemfehler der einseitigen Engführung
der Pflegebedürftigkeit auf die körperlichen Beeinträchtigungen abzustellen, wurden verspielt.
Finanzierung der Pflege langfristig absichern und Vorsorge nicht privatisieren
So wie die Beitragserhöhung die demographischen Herausforderungen ignoriert, so wenig ist sie geeignet die Pflegeversicherungsleistungen
an die Kostensteigerungen anzupassen. Die Träger von Einrichtungen und Diensten der Pflege können nicht weiterhin Steigerungen
der Personal- und Sachkosten durch Rationalisierung, Einsparungen und engere Zeitplanung auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter/innen
auffangen. Die finanzielle Zukunftssicherung der Pflege auf die Basis einer freiwilligen Vorsorge der Bürger/innen zu stellen,
benachteiligt Menschen mit geringen Einkommen, Langzeitkranke und Behinderte und trägt zur Entsolidarisierung bei. Angesichts
drohender Altersarmut größerer Bevölkerungskreise ist dies kein Zukunftskonzept. Zusammen mit dem Deutschen Caritasverband
sprechen wir uns für den Aufbau eines Kapitalstockes für die Pflege aus. Aus Sicht des VKAD sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer
die Pflege auch weiterhin paritätisch finanzieren und der Versicherungsbeitrag einkommensabhängig bemessen werden.
Die Politik muss die gesellschaftliche Bereitschaft ausloten und fördern, ausreichende Mittel für eine menschwürdige Pflege
bereitzustellen bzw. umzuschichten. Ohne eine nachhaltige Finanzierung der Pflege wird die Versorgungsqualität pflegebedürftiger
Menschen leiden, diese Diskussion ist gesellschaftlich notwendig.
Allein durch Zuwanderung können die Personalprobleme in der Pflege langfristig nicht gelöst werden. Dem absehbar steigenden
Personalbedarf in den Pflegeberufen kann nur mit einem Bündel unterschiedlicher Maßnahmen begegnet werden. Vor diesem Hintergrund
sehen wir eine begrenzte Möglichkeit, dass die Pflege durch Zuwanderung neue Mitarbeitende gewinnen kann - allerdings eher
indirekt als direkt.
Wir sprechen uns dafür aus, dass Zuwanderung so gestaltet wird, dass Menschen neben branchenbezogener Fachkompetenz möglichst
schnell und problemlos auch Sprach- und Kulturkompetenzen erwerben können.
Die Ausbildung in der Pflege muss attraktiv gestaltet werden, dazu gehört die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung.
Für Möglichkeiten aus anderen Berufen in die Pflege zu wechseln, muss aktiv geworben werden.
Die Qualifizierungsmöglichkeiten für Pflegekräfte müssen um die Anerkennung von bereits in anderen Berufen erworbenen Qualifikationen
erweitert werden.
Die Rahmenbedingungen in der Pflege müssen eine Abwanderung von Pflegekräften in andere Länder verhindern helfen. Die Träger
sollten in die Lage versetzt werden, die entsprechenden qualitätsvollen Arbeitsplätze anbieten zu können.
Das Positionspapier des VKAD zu Zuwanderung und Personalmangel in der Pflege können Sie hier herunterladen.

Einige Tage aussteigen aus dem Berufsalltag und mit Kollegen/innen aus ganz Deutschland neue Wege kennenlernen und in den
Kontext des eigenen Handelns setzen - dies ist die Zielsetzung der VKAD Exkursion.
Die Exkursion 2011 führte die Teilnehmer/innen nach Borken, Duisburg und Dülken. Dort erlebten Sie innovative Beispiele in
der Altenhilfe und ambulanten Pflege in der Praxis.
Im Rahmen der Corporate Social Responsibility CSR Kooperation von Caritas und Hyundai sponserte die Firma Hyundai die Exkursion und stellte kostenlos zwei Busse für alle Transfers der Exkursion zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle
an die Firma Hyundai!
Weiterer Informationen zu den Exkursionszielen, dem detaillierten Programm und ein Interview mit einem Teilnehmer finden Sie
hier
Fachtagung vom 08. bis 09. Juni 2011 in Paderborn
Die Pflegeausbildung ist in Bewegung. Während politisch an der Ausbildung zu einer generalistischen Pflegefachkraft gearbeitet
wird, entstehen gleichzeitig die unterschiedlichsten Helferqualifikationen und von Hochschulen initiierte neue pflegefachliche
Qualifikationsbilder. So ist neben der Tendenz, Klarheit bei den Berufsbildern der Pflege zu schaffen, gleichzeitig zu beobachten,
dass immer wieder neue Qualifikationen entstehen, die im Arbeitsfeld Pflege eingesetzt werden oder werden sollen.
Weitere Informationen und das Programm zur Tagung
In Kürze erscheint die Tagungsdokumenation

Vom 17. bis 19.05.2011 tagte der VKAD in Kassel unter dem Motto: Den Wandel gestalten - Altenhilfe als Akteur im Sozialmarkt Europa
Mehr zur Bundestagung lesen Sie hier
Die Tagungsdokumentation (CD mit allen Beiträgen und Booklet mit Zusammenfassung der Tagungsbeiträge) können Mitglieder des VKAD zum Preis von 5.- Euro incl. Mwst zzgl. Versand und Nichtmitglieder zum Preis von 8.- Euro incl. Mwst
zzgl. Versand unter vkad@caritas.de bestellen.
Im Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. haben sich Träger von Einrichtungen der stationären und offenen Altenhilfe,
der ambulanten häuslichen Pflege sowie von Fachseminaren der Altenpflegeausbildung zusammengeschlossen.
Der Fachverband erbringt für seine Mitgliedseinrichtungen Aufgaben in der politischen Lobbyarbeit und Imagebildung sowie für
die konzeptionelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung und in der Qualitätssicherung.
Zur Mitarbeit in der bundespolitischen Interessenvertretung ist sofort die Vollzeitstelle einer Referentin / eines Referenten
in der Geschäftsstelle in Freiburg zu besetzen.
Mehr zu diesem Stellenangebot lesen Sie bitte in der Stellenausschreibung in der Anlage
Die Ermöglichung einer menschenwürdigen Pflege ist eine der großen Herausforderungen der kommenden zwei Jahrzehnte. Die zurückliegende
Pflegereform hat die Fragen nach dem strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der sozialen Pflegeversicherung nur
zum Teil beantwortert. Es bleibt nach wie vor unklar, ob und wie eine soldarische und paritätisch getragene Finanzierung auch
langfristig zu realisieren ist. In dem vom Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) und em Berliner Institut
für christliche Ehtik und Politik gemeinsam herausgegebenen Buch werden unterschiedliche Aspekte einer gerechten Gestaltung
dieses Zweigs der sozialen Sicherung aus gesundheitsökonomischer und sozialethischer Perspektive beleuchtet.
Den Flyer zum Buch mit den Bestellmodalitäten können Sie hier herunterladen.
Aktuelle Neuerscheinung: Qualitätsstandards für die Altenpflegeausbildung in Praxis und Schule
Zukunftsweisende Personalgewinnung beginnt mit der Ausbildung und qualifizierte Ausbildung sichert qualifiziertes Personal.
Eines ist sicher: Im Wettbewerb um qualifiziertes Personal wird zukünftig nur bestehen, wer attraktive Rahmenbedingungen für
die Altenpflegeausbildung bieten kann.
Mit der Veröffentlichung der Qualitätsstandards für die Altenpflegeausbildung in Praxis und Schule möchte der VKAD einen Beitrag
zur Weiterentwicklung der Qualität des Leistungsangebotes in der katholischen Altenhilfe leisten.
Mehr zu den Inhalten der Qualitätsstandards und den Bestellmodalitäten erfahren Sie hier.
Die Caritas ist durch ihre Motivation aus dem Evangelium und ihrer Verankerung in der katholischen Kirche Unterscheidbar anders.
Mit den Leitlinien zum Caritas Proprium stellt sich der VKAD dem Anspruch, das eigene Profil seiner Dienste und Einrichtungen
aufbauend auf den eigenen Leitbildern klar und überprüfbar zu beschreiben. Träger und Leitungen finden aufgeteilt nach sieben
zentralen Bereiche Anforderungen und Prüfindikatoren, mit Hilfe derer sie ihre eignen Strukturen und Handlungsweisen auf den
Prüfstand stellen können. Die Broschüre Unterscheidbar anders - Leitlinien des VKAD zum Caritas Proprium können Sie hier herunterladen.
Der Fachbeirat Ehrenamt/Bürgerschaftliches Engagement des VKAD hat Rahmenleitlinien zur Arbeit mit Ehrenamtlichen /Freiwilligen
mit vielen praxisrelevanten Arbeitshilfen erarbeitet. Von den organisatorischen Zielsetzungen über die notwendigen Rahmenbedingungen
zur Unterstützung von Engagement bis hin zu Evaluation und Weiterentwicklung bieten die Leitlinien Unterstützung für die Praxis
in der Altenhilfe an.
Weitere Informationen zu den Rahmenleitlinien und die Bestellmodalitäten
Was ist unserer Gesellschaft die Betreuung und Pflege alter Menschen wert?
Zu dieser Fragestellung hat der VKAD die Expertise des Oswald von Nell-Breuning-Institutes eingeholt, die jetzt als Broschüre
erschienen ist.
Der Bereich der Altenpflege wie die gesamte Sozialwirtschaft hat in den letzten Jahren tiefgreifende Veränderungen durchgemacht,
die auch das Selbstverständnis der in diesem Sektor Beschäftigten betreffen.
Der Autor Wolf-Gero Reichert zeigt in seiner Analyse des Sachstandes sechs zentrale Gefahren auf, die einer nachhaltigen Weiterentwicklung
des Pflegesektors im Wege stehen.
Weiter Informationen und die Bestellmodalitäten zur Broschüre "Gerechter Lohn in der Altenhilfe"